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Szenario C - "Beidrehen!"


Wie lebt es sich so in Lübeck 2040?

....es ist der 29. März 2040. Familie Nowak wacht in ihrem Zuhause auf, frühstückt, geht zur Arbeit oder zur Schule. Aber: je nachdem, in welchem Szenario wir uns diesen Tagesablauf vorstellen, kann dies sehr unterschiedlich ausfallen. Begleiten Sie uns und die Familie durch den Tag!

 

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Grundgedanke

Die Hansestadt Lübeck nimmt die Herausforderungen zum Klimaschutz an und nutzt deren Chancen für die weitere Entwicklung. Da Konsens besteht, dass die Zeit für einen strukturellen Wandel gekommen ist, wird in diesem Szenario das Ruder spürbar in Richtung Nachhaltigkeit gedreht. Es herrscht ein neues Bewusstsein von der Knappheit natürlicher, aber auch städtischer Ressourcen die die Handlungsspielräume der Wirtschaft, Politik, Verwaltung lenkt, anstatt sie zu beschneiden. Es wird anerkannt, dass die Stadtentwicklung viel zu lange die Kosten der natürlichen Ressourcen und des Klimas ignoriert hat. Man ist bereit, alte Gewohnheiten aufzugeben und notwendige Veränderungen zu vollziehen. Für einige bedeutet dies, auf beliebte Freiheiten wie Zweitwagen, riesige Gärten etc. zu verzichten. Andere freuen sich über den neuen Luxus größerer und sicherer Fahrradwege oder einen gut ausgebauten ÖPNV. Politik und Verwaltung verzichten z.B. auf die Ansiedlung reiner Logistikunternehmen (viel Fläche, wenig Arbeitsplätze) oder die Forderung nach mehr Parkplätzen. Diese Anpassungen sind jedoch gleichzeitig ein „Ja“ zu belebten Straßen und öffentlichen Räumen, zu urbaner Lebensqualität und einem gesünderen und klimaangepassten städtischen Umfeld.
Wachstum ist weiterhin möglich in Verbindung mit nachhaltiger Bebauung, die regenerative Energieerzeugung und Klimaanpassung einbezieht. Siedlungsentwicklung am Stadtrand ist dann möglich, wenn innerstädtische Potenziale ausgeschöpft sind – Eingriffe werden jedoch durch mehr Dichte abgemildert. Es wird anerkannt, dass das Auto immer ein Teil der Mobilität sein wird. Seine negativen Auswirkungen auf den Klima- und Immissionsschutz sowie den öffentlichen Raum werden jedoch zum Anlass genommen, seinen Anteil spürbar zu reduzieren und den Anteil des Umweltverbundes (zu Fuß, Fahrrad, Bus und Bahn) spürbar zu erhöhen.

Kurz und knapp:

  • Neue Bauflächen für Einfamilienhäuser und Wirtschaftsunternehmen entstehen verstärkt auf ungenutzten Grundstücken in der Stadt.
  • Der Baulandbedarf wird reduziert, da neue Wohn- und Gewerbegebiete dichter bebaut werden.
  • Weitere Natur- und Landschaftsschutzgebiete werden ausgewiesen.
  • Der Verkehr wird durch die kurzen Wege in der Stadt reduziert.
  • Die Menschen fahren mehr mit dem Fahrrad, dem Bus und der Bahn als zuvor. Die Fahrradwege werden darum ausgebaut und das Bus- und Bahnfahren wird durch ein besseres Angebot komfortabler.

 

In leichter Sprache

Bauen auf nicht-genutzten Grundstücken in der Stadt
In der Stadt gibt es neue Bau-Plätze
Die Bau-Plätze sollen auf nicht-genutzten Grundstücken in der Stadt entstehen.
Dort können Wohnungen und Firmen bauen.
Die neuen Wohnungen oder die neuen Firmen werden
dicht nebeneinander gebaut.
Dadurch wird weniger Bau-Fläche gebraucht.
Es gibt mehr Natur-Schutz-Gebiete und Landschafts-Schutz-Gebiete.
Durch kurze Wege in der Stadt gibt es weniger Verkehr.
Die Menschen fahren mehr mit dem Fahrrad.
Und mehr mit dem Bus und der Bahn.
Die Menschen fahren weniger mit dem Auto.
Es gibt bessere Fahrrad-Wege.
Für Bus und Bahn gibt es bessere Angebote.
Zum Beispiel:
• es fahren mehr Busse
• die Busse sind pünktlicher
• es fahren mehr Schnell-Busse
Die Menschen verbrauchen weniger Strom und Wärme.
Die Klima-Schutz-Ziele werden vielleicht erreicht.
Wenn in der Stadt dicht nebeneinander gebaut wird,
dann ist die Landschaft besser geschützt.
Aber dadurch kann es zu Streit kommen.
Wofür die Flächen genutzt werden sollen.
Es wird mehr Geld für Fahrrad-Wege eingesetzt.
Angebote für Bus und Bahn werden verbessert.
Dafür wird mehr Geld gebraucht.
Durch das bessere Angebot von Verkehrs-Mitteln zum Beispiel:
• Bus und Bahn
• guten Fahrrad-Wegen
Brauchen die Menschen kein Auto.
Dadurch gibt es weniger Lärm und weniger Auto-Abgase.
Wenn in der Stadt auf nicht-genutzten Grundstücken gebaut werden soll, dann müssen die Grundstücke für den Bau vorbreitet werden.
Zum Beispiel: Das Grundstück vom alten Schlachthof.
Das heißt: Ein altes Haus muss abgerissen werden,
damit ein neues Haus gebaut werden kann.
Oder: Ein altes Haus muss saniert werden.
Zum Beispiel: Wände müssen neu verputzt werden.
Das kostet alles mehr Geld.
Und der Bau dauert länger.

 

 

Wie entwickeln sich die Siedlungsflächen?

Was zeigen diese Fotomontagen?

Links: Ein neues innenstadtnahes Quartier am Hafen?

Rechts: Blick auf die Roddenkoppel 2035?
 

Die Siedlungsentwicklung der Hansestadt Lübeck orientiert sich hier an dem Leitbild einer kompakten Stadt. Das bedeutet, dass sich die Stadt zunächst einmal im Bestand entwickelt, z.B. durch Nachverdichtung und die Bebauung innenstadtnaher Brachflächen. Dadurch wird die vorhandene Infrastruktur besser ausgelastet (Einkaufen, Schulen/Kitas, Busse, Ver- und Entsorgungsleitungen) und muss nicht am Stadtrand neu hergerichtet werden. Da dies möglichst wenig auf Kosten von bestehenden Grünflächen erfolgen soll, werden auch schwierige Standorte neu entwickelt, z.B. Industriebrachen. Die Verdichtung geht nicht zulasten gesunder Wohn- und Arbeitsverhältnisse – bevor eine zu hohe Dichte die Wohn- und Arbeitsqualität beeinträchtigt oder der Aufwand zur Entwicklung unverhältnismäßig ist, werden auch Standorte am Stadtrand umgesetzt.
Derzeit führt die Lübecker Stadtplanung bereits Vorplanungen und Bebauungsplanverfahren für rund 4.800 Wohnungen durch, die in den nächsten Jahren auf den Wohnungsmarkt kommen werden. In diesem Szenario weist die Hansestadt Lübeck darüber hinaus 25 ha Wohnbauflächen aus. Die Zahl ist abgeleitet aus dem aktuellen Wohnungsmarktbericht 2020, der auf der aktuellen Bevölkerungs- und Haushaltsprognose basiert. Dort wird ein Bedarf von 1.800 zusätzlichen Wohneinheiten prognostiziert. In Bezug auf die Segmente soll dieser Bedarf zu 20 % durch Einfamilienhäuser (hier eine stärkere Fokussierung auf Doppel- und Reihenhäuser) und 80 % Geschosswohnungen abgedeckt werden.
In diesem Szenario weist die Hansestadt Lübeck 200 ha (≊ 280 Fußballfelder) Gewerbeflächen aus. Die Zahl ist abgeleitet aus einer aktuellen Gewerbeflächenprognose, welche von einem Bedarf von 250 ha (≊ 350 Fußballfelder) bis 2040 ausgeht. Es wird jedoch eine pauschale Reduktion des Gewerbeflächenbedarfs um 20 % angesetzt, da zum einen bestimmte flächenintensiven Branchen in Lübeck nicht mehr angesiedelt werden sollen und zum anderen in Gewerbegebieten zukünftig eine höhere Flächenproduktivität angestrebt wird. Auch sollen untergenutzte und brachgefallene Flächen in bestehenden Gewerbegebieten stärker in die Nutzung genommen werden.
In diesem Szenario werden weitere Schutzgebiete für den Naturschutz und die Erholung ausgewiesen. Nach Möglichkeit soll dies da geschehen, wo auch langfristig nicht mit einem Konflikt mit der Siedlungsentwicklung zu rechnen ist. An Standorten, wo der Freiraumschutz besonders hoch zu bewerten ist, soll die Priorität auf dem Freiraumschutz liegen.

Was zeigt dieses Diagramm?

Die rechts stehende Grafik zeigt, wie die bauliche Entwicklung der Siedlungsflächen Lübecks ausfallen könnte, wenn das Szenario "Beidrehen" verfolgt wird. Alle Szenarien haben Gemeinsamkeiten: sie bewerten die Nachfrage nach Gewerbeflächen höher als die nach Wohnbauflächen. Bei diesen sind, bedingt durch die laufenden Bebauungsplanverfahren, bereits knapp 5.000 Wohneinheiten in der Pipeline, für die die Aufteilung in Einfamilienhäuser und / oder Etagenwohnungen bereits größtenteils feststeht.

In diesem "integrativen" Szenario wird davon ausgegangen, dass die Bedarfe nach neuen Wohnbauflächen, die aus der Haushaltsprognose ermittelt wurden, in erster Linie in Form von Geschosswohnungen gedeckt werden. Der Neubau soll sich in diesem Fall an den Bedarfen orientieren, die aus der aktuellen Haushaltsprognose abgeleitet sind. Bei den Gewerbeflächen wird ein geringerer Flächenbedarf angenommen, als die derzeitige Gewerbeflächenprognose errechnet hat.

 

 

Wie entwickelt sich das Mobilitätsverhalten?

Was zeigt dieses Diagramm?

Die Grafik auf der rechten Seite zeigt die Entwicklung des sogenannten "Modal Split" für dieses Szenario - verglichen mit 2017. Man sieht, dass der Anteil der Wege, der mit dem privaten PKW zurückgelegt wird, im Jahr 2040 um 13 Prozentpunkte abnimmt. Gleichzeitig wächst der Anteil des Umweltverbundes aus ÖPNV, Fahrrad und Fußverkehr auf 70 Prozent.

Die Verkehrswende wird in der Hansestadt Lübeck in den 2020er Jahren eingeleitet. Dies spiegelt sich in einem veränderten Mobilitätsverhalten im Jahr 2040 wider, welches auf merkbare Qualitätsverbesserungen im Umweltverbund zurückzuführen ist. Berufstätige und Schüler:innen benutzen häufig die Regio-S-Bahn (auch an einem der neuen Bahnhaltepunkte), eine der Schnellbuslinien oder fahren sicher und komfortabel auf einem der Radschnellwege oder sicheren Fahrradstreifen in die Hansestadt Lübeck. Im Stadtgebiet wird mittlerweile jeder dritte Weg mit dem Fahrrad als Hauptverkehrsmittel zurückgelegt. Maßnahmen, die weiterhin zur Optimierung des Radverkehrs durchgeführt werden, sind beispielsweise die Errichtung von Fahrradstraßen, Schutzstreifen für Radfahrer:innen auf der Straßenfahrbahn und Fahrradabstellanlagen an ÖPNV-Verkehrsknotenpunkten.
Der öffentliche Straßenraum wird dafür teilweise umgebaut - z.B. werden Kfz-Fahrspuren umgewandelt und das Parken im öffentlichen Straßenraum wird reduziert und ist häufiger kostenpflichtig. Dadurch wird der Straßenraum ruhiger und grüner, wodurch die Aufenthaltsqualität steigt.
Als Alternative zum privaten Pkw gibt es flächendeckend Car-Sharing und Bike-Sharing-Angebote. Die zusätzlichen Haushaltsmittel, die zur Förderung des Umweltverbunds zur Verfügung gestellt werden, werden beim Kfz-Verkehr gekürzt. Dabei stellt man fest, dass es deutlich kostengünstiger ist, Fahrradwege zu unterhalten als Straßen.

Was zeigen diese Fotomontagen?

Links: Freie Fahrt für Radfahrer:innen auf der Krempelsdorfer Allee!

Rechts: Extravagante Lösungen für den ruhenden Fahrradverkehr in St. Jürgen

 

 

Welche Wechselwirkungen hat Szenario C mit dem Klima?

Auf der lokalen Ebene sind die Auswirkungen des Klimawandels unmittelbar spürbar, z.B. häufen sich Starkregenereignisse und Hitzeperioden dauern länger an. Die Hansestadt Lübeck ist im Jahr 2040 eine „kompakte und grüne Stadt“ aufgrund der doppelten Innenentwicklung, d.h. die Entwicklung der Stadt in ihrem Bestand durch bauliche Verdichtung und zugleich die Erhaltung und Weiterentwicklung der urbanen Grünflächen. Maßnahmen, die zu einer Verbesserung des Stadtklimas beitragen können, wie z.B. die Dach- und Fassadenbegrünung, Erhalt und Schaffung von Kaltluftzufuhrentstehungsgebieten und offenen Wasserflächen, werden im Bauleitplan-Verfahren in zunehmendem Maße vorgeschrieben. Aufgrund der konsequenten Sanierung im Bestand und weiteren Energieeffizienz-Maßnahmen, wie z.B. der Nachverdichtung bestehender Quartiere, wird der gesamtstädtische Energiebedarf über die Jahre abnehmen. Wohngebiete mit Mehrfamilienhäusern, die vorwiegend entstehen, können außerdem besser an ein innovatives Wärmenetz angeschlossen werden. Die Hansestadt Lübeck ist durch die doppelte Innenentwicklung eine „Stadt der kurzen Wege“, was sich im umweltfreundlicheren Mobilitätsverhalten der Bürger:innen widerspiegelt. Die Stromversorgung für Elektrofahrzeuge wird mittlerweile zu einem Teil über Photovoltaik-Anlagen im Quartier ermöglicht. Aufgrund des geringeren Energiebedarfs sind die lokal emittierten Treibhausgasemissionen, die auf den Verkehrssektor zurückzuführen sind, im Vergleich zum Jahr 2020 insgesamt gesunken.
Zum Erreichen der Klimaschutzziele ist die Reduktion des motorisierten Individualverkehrs um 13 Prozentpunkte (bezogen auf die Gesamtheit der Wege nach Hauptverkehrsmittel) bis zum Jahr 2040 und die zunehmende Nutzung von Elektroautos jedoch nicht ausreichend, um die erforderlichen Einsparungen an Treibhausgasen im Verkehrssektor zu erzielen. Die Hansestadt Lübeck hat nur einen begrenzten Einfluss darauf, wie hoch der Anteil an erneuerbaren Energien am Strommix ist. Dementsprechend müsste auch in diesem Szenario die Hoffnung darauf gesetzt werden, dass sich erneuerbare Energien und andere umweltfreundliche Technologien in Deutschland bis zum Jahr 2040 durchsetzen. Darüber hinaus müsste die Hansestadt Lübeck beispielsweise auch darauf hinwirken, dass vermehrt Energie-Plus-Häuser gebaut werden, sofern die Möglichkeit dazu in der Bauleitplanung besteht. Auch in diesem Szenario sind die Lübecker Klimaschutzziele schwer erreichbar.

Extreme Wetterereignisse
werden in den folgenden Jahren an Menge und Intensität zunehmen. Wir haben versucht, die Auswirkungen auf die Lübecker Innenstadt einmal mit Fotomontagen zu illustrieren.

Rechts: Wie sähe die Altstadt aus ohne Trave und Wakenitz?

 

 

Welche Konsequenzen hat das Szenario? Welche Risiken bestehen?

In diesem Szenario folgt die Hansestadt Lübeck dem Trend zu einer nachhaltigen Mobilitätsplanung und Stadtentwicklung. Wir können davon ausgehen, dass die Entwicklungen der vergangenen Jahre auch weiterhin Bestand haben werden und in den kommenden Jahren eher zu- als abnehmen werden. Wesentliche Elemente des Klimaschutzes und der nachhaltigen Mobilität werden sich mit ziemlicher Sicherheit in der „Regelungslandschaft“ von EU, Bund und Ländern vermehrt wiederfinden. Eine offene Wahrnehmung grundsätzlicher Entwicklungen, die bereits in anderen Städten Strategien und Konzepte beeinflussen, ist hier erfolgversprechend.

Die Entwicklung von Bauflächen im gewachsenen Siedlungsbereich (Bsp. Umnutzung von Industriebrachen) ist unter Umständen kompliziert, dauert lange, und ist teuer. Auch hier drohen Konflikte um knappe innerstädtische Flächen, die nicht immer zufriedenstellend aufgelöst werden können. Ggf. wird nicht jeder sich bietende Wachstumsimpuls im bestehenden Siedlungskörper aufgenommen werden können. Die marktgerechte Entwicklung von Wohnbau- und Gewerbeflächen erfordert aber auch ein Umdenken im Hinblick auf realisierbare Gebäudetypen – Typen, die in der Hansestadt Lübeck unter Umständen so noch nicht verbreitet sind. Eine Strategie zur städtischen Bodenbevorratung ist ebenfalls nötig, da die städtischen Zielvorstellungen in der Baulandentwicklung auf diese Weise besser berücksichtigt werden können.

Durch die stärkere Binnenentwicklung in einer Stadt mit kurzen Wegen kann die urbane Lebensqualität in der Hansestadt Lübeck deutlich gesteigert werden. Insbesondere der öffentliche Straßenraum gewinnt an Qualität, gesundheitliche Risiken durch die Verkehrsbelastung sinken, Baulandpotentiale an vormals lärmbelasteten Straßen können mobilisiert werden. Unter Bedingungen eines reduzierten Pkw-Verkehrs wachsen die Spielräume benachteiligter („schwächerer“) Bevölkerungsgruppen, als Verkehrsteilnehmer:innen mobil zu sein und damit von sozialer Teilhabe zu profitieren.

Das Szenario setzt den mehrheitlichen Willen voraus, innovative Prozesse auch gegen Widerstände anzustoßen,sich von Altem zu trennen und Neues auszuprobieren. Das Auto ist derzeitig das komfortabelste Verkehrsmittel – eine Reduktion des Autoverkehrs (z.B. die Wegnahme von Kfz-Fahrspuren) wird mit Sicherheit auf erhebliche Bedenken vieler Bürger:innen stoßen. Dem soll durch qualitativ hochwertige Alternativen begegnet werden, sodass die Mobilität durch ein vielfältiges Angebot an Alternativen aufrechterhalten wird. Der ÖPNV benötigt dann mehr Geld, Investitionsmittel für den Radverkehr müssen erhöht werden. Hier muss jedoch angemerkt werden, dass es vergleichsweise günstig ist, Radverkehrsinfrastruktur zu erhalten.

Ein höheres Maß an städtebaulicher Dichte und eine sanfte Abkehr vom Einfamilienhaus erschweren jungen Familien ggf. die Suche nach einer geeigneten Wohnimmobilie. Derzeit gibt es keine Anzeichen dafür, dass die Umlandgemeinden ebenfalls auf einen derartigen Kurs einschwenken, wodurch es zu Abwanderungen dieser Bevölkerungsgruppe kommen kann. Es ist jedoch zu bedenken, dass es in Lübeck sehr viele Einfamilienhäuser im Bestand gibt, die bis zum Jahr 2040 frei werden, und dass andere preisgünstige gartenbezogene Wohnformen mit höherer städtebaulicher Dichte hier als Option in Erwägung gezogen werden können.

 

Vielen Dank für Ihre Teilnahme!

Die Beteiligungsphase zum Stadtentwicklungsdialog endete am 12. September. Um die Szenarien und deren Inhalte noch einmal anzuschauen, müssen Sie diesem Link folgen. Derzeit werten wir alle Stimmen, Hinweise und Kommentare aus und werden uns in kurzer Zeit mit einer Auswertung zurückmelden.

Am Donnerstag, 12. August 2021, fand die Auftaktveranstaltung des Online-Stadtentwicklungsdialogs statt. Im Schuppen 6 diskutierten Bürgermeister Jan Lindenau und Bausenatorin Joanna Hagen mit Vertreter:innen von Politik, Wirtschaft und Verbänden über die Herausforderungen der Stadtentwicklung der Zukunft. Sie können die Videoaufzeichnung der Veranstaltung hier abspielen.

Die Seiten werden zu Dokumentationszwecken vorerst online bleiben. Falls Sie Fragen haben, sind wir gerne per Mail unter uebermorgen@luebeck.de erreichbar.

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